Eva Leitolf






harmonischen Leben und der Verdrängung des Ist-Zustands will Leitolf spiegeln, ohne dem Betrachter eindeutige Botschaften didaktisch aufzudrängen.

Das Experiment ist gelungen – als Buch. Im großzügig gestalteten Bildband „Rostock Ritz“ haben die Fotos Raum und Luft, und die Begleittexte schließen Wissenslücken, ohne die Neugierde zu erschöpfen. Der Ausstellung im Völkerkundemuseum jedoch sieht man an, dass sie kurzfristig geplant und mit wenig Geld und Phantasie umgesetzt wurde:
In ein kleines Hinterzimmer hat man sie gepfercht; das mittlere Format der Fotos wirkt zu klein, sie sind zu eng gehängt und karg kommentiert. So kann diese in Kooperation mit Goethe-Forum und Kulturreferat entstandene Ausstellung, die dem oft etwas verschnarcht wirkenden Völkerkundemuseum eine Chance zur Selbstpräsentation als moderne, der Kunst aufgeschlossene Institution geboten hätte, nur in Verbindung mit dem Gesamtprogramm der nächsten Wochen bestehen. Schade, doch: Eine Ausstellung vergeht. Das Buch, die Farben werden bleiben. (Bis 10. April. Am Samstag, 12-18 Uhr, Symposium „Politik der Erinnerung“; Filmreihe ab 23.2.; Goethe-Forum, 2. März: Städteporträt „Ortszeit Windhoek“. Informationen: www.goethe.de/forum.)

Antje Weber

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